Tagebuch aus Thailand

Das Tagebuch hat meine Ex-Frau Jarmila einen Monat vor ihrem Tod geschrieben. Sie kam für 2 Monate nach Thailand, um ihre letzte Chance zu ergreifen den Krebs zu heilen, nachdem schon alle anderen Versuche versagt haben - auf dem „herkömmlichen" Weg mit Chemotherapie, Bestrahlung und Operationen..

30.9.2010

Jarmila in Europe - winter

So. Jetzt ist es so weit. Ich habe in meinem 50-jährigen Leben niemals ein Tagebuch geschrieben, und wenn schon, dann maximal eine Woche und dann war wieder Schluss. Jetzt habe ich mich jedoch zum Schreiben entschlossen und ich hoffe, dass die Anfangsbegeisterung andauert. Es ist dafür nämlich die geeigneteste Zeit, die sogenannte ALLERBESTE Zeit. Ich bin schwer krank, psychisch ganz am Boden, zerschlagen und ich unternehme gerade die längste Reise in meinem Leben. Ich fahre, bzw. fliege nach Koh Samui. Noch vor ein paar Wochen würde ich ohne Brille nicht einmal Thailand im Atlas finden, geschweige die kleine Insel. Jetzt bin ich allerdings dank dem Internet bisschen informiert, doch die Poesie und die Stimmung der Tropen werde ich erst in ein paar Stunden einsaugen. Ich fange jetzt schon an mich wirklich ein wenig zu freuen.

Ich sitze in Wien in der Abflugstelle auf dem richtigen Platz. Erstens kann ich die Flüge beobachten und zweitens bin ich ganz nah an der Abflugstelle D25. Der Flieger nach Bangkok wird mir also bestimmt nicht ohne mich weg fliegen können. Es ist 9:00 Uhr abends, die hiesigen Geschäfte in der zollfreien Zone schliessen alle schon um 8:00 Uhr. Also kann ich meine Zeit bis zum Abflug nur mit Sheldon, Keksen, Bebe und trockenen Preiselbeeren totschlagen, denn der geplante Abflug nach Bangkok ist erst um 23:20.

1.10.2010
So, ich bin angekommen in Koh Samui. Der Flieger von Bangkok hatte ca 2 Stunden Verspätung; deshalb landen wir in der Dunkelheit. Endlich verlasse ich die klimatisierten Räume. Ich atme die sehr warme und feuchte Luft ein. Die Leute laufen herum in T-Shirts und Kurzhosen. Ich ziehe meinen Pullover aus und weiss jetzt schon, dass ich ihn hier nicht mehr brauchen werde.

Jarmila and Piw

Ein Kollege vom Jindra hat mich mit dem Auto vom Flughafen in Samui abgeholt. Jindra hat ein schönes Haus. Piw hat mir ein rosa Bett mit lila Mückennetz vorbereitet. Hier gibt es nämlich Mücken. Sie heissen Moskito, sie sind klein und gefrässig. Aber was die Menge betrifft, kann man es nicht mit Sobeslav in Südböhmen vergleichen.

Ich komme noch auf die Reise zurück. Vielleicht lag es an dem Nachtflug, aber ich habe fast die ganze Strecke durchgeschlafen, bis auf das Essen und Trinken. Ich hab es im letzten Moment noch geschafft, die Karten für die Zöllner auszufüllen. Der Flughafen ist riesig. Ich bin vielleicht 2 km gegangen und gefahren, dem Wegweiser Baggages folgend. Beim Zoll bin ich ohne grossartige Prozedur abgefertigt worden und ich habe sogar ein 60-Tage-Visa bekommen. Da habe ich gestaunt, denn ich hatte nur ein 30-Tage-Visa. So habe ich nun eine Sorge weniger, das Visa gilt nun bis zum 29.11. wie mein Rückflugticket.
Morgen gehen wir mit Jindra die Bungalows besichtigen. Ich möchte schon alleine sein. Ich kaufe mir auch ein Mückennetz, wenn in der Hütte keins sein sollte.Ich habe schon bemerkt, dass man hier links fährt. Jindra wird mir sein Fahrrad leihen. Ich habe keine Unfallversicherung, das bedeutet für mich eine grosse Wachsamkeit. Auf den Toiletten gibt es kein Toilettenpapier, statt dem wird eine kleine Wasserdusche benuzt. Alle Ehre.
Es ist abend, ca 10 Uhr, ich schlafe ein, mit Sheldon-Buch, ohne Kekse.

2.10.2010
So, ich wohne jetzt in Bungalow. Es ist nah an dem Meer, das Meer kann ich jedoch nicht sehen. Es kostet nicht viel, 3500 Baht pro Monat plus eine Vorauszahlung für den Strom 100 USD=3000 Bath.
Ich habe jedoch alles was ich brauche: ein grosses Bett mit einer neuen Federmatraze, warmes und kaltes Wasser, Dusche und Klo.
Anstatt von Fenstern sind Mückennetze und schwarze Jalousien angebracht, von innnen durchsichtig. Und ja, ein Kühlschrank ist selbsverständlich auch da.
Jindra hat mir eine Schnellkochkanne und einen Löffel geliehen und ich habe mir eine Tasse gekauft. Ich glaube, man benutzt in Thailand keine Tassen, nur Glässer und Schalen.
Jindra wird mir auch das Trinkwasser liefern. Aus dem Wasserhahn fliesst ein relativ sauberes, jedoch leicht salziges Wasser. Jetzt gerade trinke ich einen grünen chinesischen Tee mit Limonella. Limonellen sind hier so klein wie Wallnüsse. Ich werde sie auch zum Trinken mit kalten Wasser nehmen.
Die meisten Thais essen thailändisch, d.h. sehr gesund. Mindestens was ich jetzt schon weiss. Die Gerichte werden nicht nach Frühstück, Mittagessen oder Abendessen unterschieden. In der Früh kocht man zwei bis drei Gerichte, solche Suppen-Saucen und Reis. Der Reis wird meistens in speziellen Reiskochern vorbereitet, dann bleibt er rollig und warm, den ganzen Tag. Von dem bedient man sich, wenn man hungrig ist.
Man isst mit dem Löffel, manche Gerichte auch mit der Gabel. Das Messer wird nur zum Kochen benutzt. Zum Essen trinkt man Wasser mit Eis.
Piw hat in der Früh eine Suppe mit 4 kleinen Fischen und irgendwelchen Gewürze und Gemüse vorbereitet. Ich konnte es aber nicht essen, stattdessen habe ich lieber Reis mit Chilisauce genommen. Die kenn ich, sie wird bei uns in den China-Restaurants serviert, aber die thailändische ist viel schärfer und brennt wirklich sehr auf der Zunge. Ich habe im Kühlschrank nach einer Butter gesucht, die wird hier aber nicht verwendet. Das gleiche gilt für Milch und Käse, Milchprodukte stinken den Thais zu sehr.
Piw hat neben mir ihre Lieblingsspeise gegessen, kleine gekochte Muscheln in einer Speziallsauce mit Reis. Sie konnte sie meisterhaft herausziehen, mir schmeckte dies nicht.
Ab jetzt esse ich lieber in meinem Bungalow: Tee mit Limonnela und Ingwer, dazu Rambutan. Rambutan ist süss und man kann es gut schälen. Es kostet um die 30 B/kilo.
Heute ging ich mit Jindra am Strand spazieren, wir haben uns in den Sand gesetzt und meditiert. Es ist wichtig für mich mit meinem ganzen Körper und Seele hier zu sein und mit der Umgebung zu verschmelzen. So lerne ich mich selbst wahrzunehmen und jeden Schritt im Sand auch wirklich zu spüren.Das ist für mich sehr schwierig. Heute habe ich auch die Massage-Lady Noi kennengelernt. Sie ist ein nettes, schwarzes Äffchen, mit sehr einfühlsamen Händen. Vermutlich sind wir beide gleich alt.
Es wird hier sehr schnell dunkel, um ca halb sieben. Ich lese Sheldon und trinke dazu Tee.
Noch etwas ist mir eingefallen. Morgen früh ist Jindra mit seiner schwangeren Piw ca 20 km zum Gynäkologen gefahren. Ich vertrieb mir die Wartezeit mit Spazierengehen, nach einer Weile hat mich jedoch die Müdigkeit überwältigt und ich musste mich alle 5 Minuten hinsetzen, genauer gesagt, in die Hocke gehen. Ein besorgter Nachbar hat gleich die Piw angerufen, ob er mich nach Hause fahren soll. Wie nett und zuvorkommend die Thais doch sind. Auf den Strassen sieht man lauter kleine Motorroller um die 120 ccm und Pick-Up Autos, auch Luxuriöse, Honda, Nissan, ein Traumauto von Honza.
Draußen hat es angefangen zu regnen, man kann wieder gut atmen, lese wieder Sheldon

3.10.2010
Ich schlafe sehr gut und sehr lange. Jindra hat mich um 9 Uhr geweckt. Nach einem Tee mit Limonnella gehen wir ans Meer. Der örtliche Strand ist leer, das Meer ist nicht klar, sondern ein bisschen trüb vom Sand . Der Sand ist grob und besteht aus Bruchstücken von Muscheln und Korallen, mit braunen Farbtönen. Es gibt hier kaum Touristen. Das Wasser ist ungefähr 200 m weit sehr seicht, es reicht mir gerade zu den Oberschenkeln, danach kommt im Meer ein Korallenriff und erst hinter dem Riff beginnt das tiefe Wasser. Die Fischer fangen an dem Korrallenriff Fische, Sepien und Tintenfische.
Die Thais mögen das Baden im Meer gar nicht, Einzelne sieht man mal im Swimmingpool; doch die meisten Thais können gar nicht schwimmen. Sie lieben es auch nicht, sich in der Öffentlichkeit enthüllen zu müssen.
Nach dem Schwimmen sind wir zum Markt gefahren; die peinliche Sauberkeit und die riesige Auswahl von exotischen Obst und Gemüse hat mich sehr überrascht. Alles war frisch und so schön kunstvoll aufgestellt, egal ob es Fische, Schweinefleisch, Geflügel, Früchte, Obst, Gemüse oder Kräuter waren.
So viele verschiedene, exotische Gemüsesorten habe ich noch nie gesehen. Köstliche Fischsaucen, Eingelegtes, Sojasaucen, von all dem gab so viele verschiedene Arten.
Ich war der Auffassung, Thais essen kein Schweinefleisch, das gilt aber nur für die moslemische Minderheit, die Frauen tragen Kopftücher.
Ich habe mir Limonnellen und Mandarinen gekauft. Piw kocht jeden Tag und Jindra bringt es mir in solchen 5-Satz-Töpfen. Sie sind gleichzeitig thermoisolierend.
Am besten schmecken mir Saucen auf der Kokosmilch Basis - hier nennt man sie "Karrisauce". Die Kokosmilch wird durch auspressen des Kokosnussfleisches hergestellt. Die Kokosnüsse benutzt man häufig zum Kochen, eigentlich anstatt von Butter. Die Kokosnussmilch gibt es auch auf dem Mark zu kaufen. Piw gibt in diese Sauce auch irgendwelche Gemüsesorten und kleine Garnelen hinein und dies wird mit Ingwer und allgegenwärtiges Chilli gewürzt. Es schmeckt fantastisch.
Am Abend haben wir mit Jindra zusammen meditiert und dann ist er mit der Energie durch meinen Körper gefahren, um die kranken Körperzellen wieder in Ordnung zu bringen.
Danach haben wir Kokosnussmilch getrunken, allerdings nicht aus dem Fleisch, sondern dass Wasser von speziellen Trinkkokosnüssen. Sie ist bestimmt sehr gesund. Ich nenne sie das Wasser des Lebens und stelle mir vor, wie sie mich heilt. Diese Milch hat am Anfang einen seltsamen Geschmack, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt.
Diese speziellen Trinkkokosnüsse werden mit einer restlichen Grünhülle verkauft, sie sind also nicht braun. Die Form kann ich nicht beschreiben, vielleicht eine Rotunde?
Diese Milch beinhaltet auch viel Energie, ich konnte gar nicht einschlafen.

4.10.2010
Gestern habe ich mir vorgenommen am nächsten Morgen einmal sehr früh aufzustehen und einen Radlausflug zu machen. Der Wecker hat mich jedoch nicht geweckt und ich bin schon wieder nach 9 Uhr aufgestanden. Ich habe mir meine vom Salzwasser klebrigen Haare gewaschen. Jindra ist dann eine halbe Stunde später eingetroffen und wir sind mit dem Motorrad zu einem riesengrossen, buddhistischen Kloster gefahren. Koh Samui muss eine reiche Insel sein. 3 Gebäude, besser gesagt Gebetsräume, davor stehen zwei riesige Budha-Statuen, ringsum sind viele kleinere Gebetshäuser und Statuen. Eine wunderschöne kitschige Brücke über eine Lagune gibt es dort und riesige Fische schwimmen im Wasser. Man kann sich für ca 10 Baht spezielles Fischfutter kaufen und damit die Fische füttern, dabei sieht man einen Wirbel von Fischrücken. Alle Objekte dort im Kloster sind wunderschön, märchenhaft kitchig, die Farben, die Formen, die absichtlich komplizierten Komplexitäten. Die meisten Objekte sind aus Beton, manches aus Holz. Kniffelige Dachkonstruktionen sind quasi mit keramischen Fliessen bedeckt. Alles ist gut lackiert und alles in Ordnung. Die Gebetshäuser sind rechteckig und man musst barfuss eintreten. So wie in allen anderen Wohnungen hier, auch in meinem Bungalow, in dem ich jetzt lebe. Überall geht man barfuss rein und man muss sich die Füsse an Wasserhähnen waschen, die sich an der Eingangstür befinden.
Die Gebetshäuser sind auch von Innen sehr schön ausgestattet, mit dem sicheren Gespür zum Ausfüllen jedes Detail des Raumes mit Bildern. Die Gebetshäuser sind stets vorne und hinten geöffnet, alle Türe und Fenster, damit die Luft zirkulieren kann und damit es in den Räumlichkeiten kühler und angenehmer wird.
Die Mönche laufen auch durch die Stadt, angezogen in orangene Stoffstreifen, welche kunstvoll um den Körper gewickelt werden. Leute geben ihnen das Essen, in solchen Töpfen, wie Piw sie mir gibt. Gerade hat ein Mönchsgesang angefangen, unter einem grossen Überdach. Es war der Gesang vor dem Mittagsessen. Wir haben ihnen neugierig zugehört; ein Mönch hat uns gewunken, näher zu kommen. Ich dachte, dass er uns zum Esstisch bittet, aber er hat in einer amüsanten Form angefangen, uns in die 5 Gebote der Buddhisten einzuweisen, die Christen hätten angeblich 7? So, 7 Gebote, wenn du sie einhältst, erreichst du Nirwana. Dieser Mönch machte allerdings keinen erleuchteten Eindruck, war eher nur ein Schwätzer.
Christen haben 7?. So, 7 Gebote, wenn du sie einhälst, erreichst du Nirwana. Dieser Mönch machte allerdings keinen erleuchteten Eindruck, war eher nur ein Schwätzer. Es war heiss, daher bin ich zum Meer gegangen. An einer Stelle habe ich eine Wassertiefe bis zur Brust gefunden, so weit bin ich geschwommen. Ich wollte bis zum Korallenriff schwimmen, aber dann ist mir eingefallen, dass ich am Ufer meine Kamera mit Geld habe. Im Meer habe ich mich auf das Wasser rückwärts gelegt und bin im Wasser geschwebt, es ist ein tolles Gefühl der Verbundenheit mit allem um mich herum. Ich fühle mich sehr wohl hier.
Bemerkung : Heute hat mir Piw 2 hartgekochte Eier geschickt. Ich habe mich in den Verkaufsläden nach einem Brot umgeschaut, aber nichts dergleichens gefunden Ersatzweise habe ich mir Salz gekauft und zu den Eiern werde ich als Beilage einen grünen Salat essen. Hier wird oft das Ei in den Reis geschnitten, das schmeckt mir aber nicht.

5.10.2010
Heute bin ich wieder erst um 8:40 Uhr aufgestanden, früher habe ich es einfach nicht geschafft. Zum Frühstück gibt es Ingwertee und Rambutan.

Jarmila and Budha

Nachher brechen wir mit Jindra auf, Richtung Big Buddha. Ich dachte, dass es grössere Budhas, als wir gestern gesehen haben, nicht gäbe. Aber weit gefehlt. BIG BUDDHA, ist eine Pilgerstelle am Hafen, viele Statuen, diverse Gebäude und auch Geschäfte gibt es Buddhas in 100 verschiedenen Arten, Mode, Kerzen, Imbiss, die Klassik. Big Buddha ist wirklich gross und hat eine leuchtende, goldene Farbe. Er steht auf einem erhöhten Platz ca. 40-50 Treppenstufen. Es ist eine BIG Schönheit. Um den Buddha herum ist dort oben eine Galerie, wo 25 Glocken hängen. Du kannst dir dort umsonst einen Holzschläger leihen und den Glockenklang ausprobieren, jede Glocke tönt natürlich anders. Alle Touristen üben sich darin recht gerne und es entsteht dadurch ein ganz lautes Glockenspiel um den Buddha.

Seit gestern regnet es hier immer wieder, dadurch ist es kühler geworden. Das ist gut, so kann ich mir weiter entferntere Ziele aussuchen, die ich mit dem Fahrrad erkunde, sonst war es für längere Fahrten viel zu heiss.
Auf dem Rückweg habe ich in dem Laden 7/11 angehalten, so heisst er und es sind gleichzeitig die Öffnungszeit (oder zumindest früher war es so). Es gehört zu der hiesigen Ladenkette. Sie hatten dort ein Brot, so ein dunkles, ein bisschen süssliches Toastbrot. Zum Mittagessen hatte ich also ein fast europäisches Menü: hartgekochte Eier in der Schnellkochkanne, Salz und Brot mit Grünsalat und Gurke. Salz schreibe ich auch deswegen, weil die Thais das zum Kochen fast nicht verwenden. Der Reis wird ohne Zutaten gekocht und die Saucen und Suppen werden mit Soja und einem salzigen und scharfen Karri gewürzt, in ca 3 Ausführungen. Salz gibt es auch in den Restaurants nicht.
Die Masseurin Noi ist gekommen. Sie hat meinen ganzen Körper mit Kokosnussöl eingerieben und massiert. Sie wurde schon von Piw informiert, so dass sie gezielt und ohne Umstände mein Lymphsystem massiert hat. Manchmal hat es ganz schön weh getan, ganz besonders die Waden und die Venen dort drinnen. Solche Massagen kosten für die Touristen 500 Baht, ich zahle einen Sonderpreis. Sie massiert mich bestimmt über eine Stunde, um die 70 Minuten. Nach der Massage haben wir uns unterhalten, sie in thai, ich auf tschechisch und mit einem Stift in der Hand. Noi will mich zu einem Thai-Heiler begleiten, er lebt auf dem Festland, nicht weit von ihrem Sohn entfernt. Die Stadt heisst vermutlich Nakon.
Nachher bin ich schlafen gegangen, obwohl es erst 3 Uhr nachmittags war. Später wurde ich vom Jindra geweckt, er hat mir von Piw eine geschnittene rote Papaya und Ananas mitgebracht. Solchen Service habe ich noch nie erlebt, es ist sehr angenehm. Die Früchte waren ausgezeichnet.
Nach dem Essen schwammen wir 1 Stunde im Meer. Das Wasser war sehr warm. Jindra sagt, dass heute der kälteste Tag im Jahr ist. Es ist wahr, gerade lieg ich im Bett und schreibe Tagebuch, eingewickelt in eine Bettdecke. Die Bettdecke bedeutet ein grösseres Frottee-Handtuch, aber wirklich gross, so um die 2 mal 2,5 m. Socken hab ich auch noch angezogen.

6.10.2010
Ich stehe obligatorisch um halb neuen auf. Ich frühstücke Obst ,mit einer Brotscheibe und grüner Tee mit Ingwer. Ich trinke hier nur diesen Tee und Wasser mit Limonnellen.

Jarmila and bicycle

Heute ist eine ausgiebige Fahrradtour angesagt. In der Nacht hat fast ständig geregnet, so dass die Luft sehr gut ist, und die Temperatur auch, mindestens bis jetzt. Der Sitz muss noch ein wenig runtergestellt werden und auf geht es Richtung Stadt, wie soll ich die Ansammlung von Verkaufsbuden, Hotels, Motorrädern, Autos, sonst nennen. Es ist so idylisch. In die Ansammlung von Verkaufsbuden, Hotels, Motorrädern, Autos. Idylisch. Überall auf den Strassen sind riesige Pfützen, teilweise ziemlich tief. Aber es geht gut voran, es tut nicht weh. Die Fahrer geben mir fast rührend die Vorfahrt und kein einziges Fahrzeug hat mich bespritzt. Sie sind gegenseitig rücksichtsvoll. Das Fahrrad ist vom Jindra, ist so gross, dass ich das Lenkrad nur mit ausgestreckten Armen erreiche, mein Gewicht kommt also nicht zur Geltung. Ich muss Obacht geben, sonst komme ich vom Weg ab, in die Wassergräben, die hier überall am Strassenrand lauern.

Ich bin beim Family Markt angekommen, die nächste Verkaufskette. Ich kaufte mir einen Eiskaffe aus dem Automaten, der ist ausgezeichnet. Es gibt auch HotDog mit Würstchen. Das nehme ich ein anders Mal. Ich setze mich auf eine kleine Brücke und betrachtete das rege Dorfleben und schlürfe meinen Eiskaffee mit Genuss. Mit der Zeit sammelten sich streunende Hunde um mich herum und bettelten. Schon wieder taten sie mir leid. Vielleicht sind sie glücklich, denk ich mir zum Trost. Jetzt weiss ich schon ungefähr wo ich Frühstücken und Mittagessen kann, wo Natursäfte mit Eis verkauft werden, usw.
Überall werden auch solche im Wasserdampf erwärmte Eier, lokale Erdnüsse und süsse Kokosnusserzeugnisse mit Reis in grünen Blättern verkauft. Noch habe ich nichts davon ausprobiert. Dann bin ich ca 3 km bis zum Hafen gefahren, dort ist es touristisch attraktiv und angeblich gibt es auch einen schönen Strand. Ich habe aber keinen freien Zugang zum Meer gefunden, überall ist er mit umgezäunten Objekten versperrt.
Ich wurde müde, deshalb drehte ich um, Richtung Bungalow.
Ich habe ihn problemlos gefunden. Bei den Bungalows war ich schon so müde, dass ich nicht fähig war das Bein über das Rad zu schwingen, um abzusteigen. Am Schluss musste ich das Fahrrad auf den Boden legen und mich förmlich herausziehen. Diese Aktion hat das ganze herumstehende Personal der Rezeption zum Lachen gebracht; die Halunken haben mich durch das Fenster beobachtet. Entspannen und viel Trinken war jetzt angesagt. Ohh jee, es ist mir übel von dem Kaffee. Damit werde ich nicht mehr experimentieren. Ich meditiere einbisschen und lerne englisch. Die Mücken sind nach dem Regen wie besessen. Bin von Kopf bis Fuss mit dem hiesigen Repelent eingeschmiert, trotzdem stechen mich die Mistviecher andauernd. Wenn sie die Malaria übertragen, dann bin ich der Kandidat der ersten Reihe.

Jarmila and the sky
Jarmila and the sky

Deshalb gehe ich lieber zum Meer, weil es wegen den Wind dort keine Moskitos gibt. Dort habe ich die Wolken beobachtet. Auf der anderen Inselseite wütete ein Regensturm, ich habe die schwarzen Wolken und Regenschauer gesehen. Ich versuchte zu erraten, wo der Schauer hin wandert. Die Wolken waren am Himmel in 3 verschiedenen Höhen und jede Lage eilte anderswo hin. Am Schluss sind sie an mir vorbeigezogen und für eine Weile hat sogar die Sonne geschienen. Auch ohne Sonnenschein ist es hier um die 35 Grad heiss und nach den Regen ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Alles blüht hier, auch im Gras, wo niemand was einpflanzt oder pflegt, blühen Passionsblumen. Die kennt vor allem mein Vater, wir hatten sie früher zu Hause.

Jindra ist gekommen, er hat meinen Körper mit Energie aufgeladen. Er hat keinen Schmerz mehr von mir in seinen Händen gespürt. Insgesamt fühle ich mich nicht mehr so schlecht und verwirrt als am Anfang, wo ich fast ständig in einer Agonie taumelte, entweder wegen den Schmerzen oder wegen Hitze und Schwüle. Wenn ich am Strand sass, kamen zu mir drei Hündinnen und ein Hund und alle 4 haben sich 20 m von mir entfernt hingesetzt. Legte ich mich auf den Rücken, haben sich alle drei Hunde auch auf den Rücken gelegt, wie lustig das war. Er hat sie aus Schottland mitgebracht und verbringen hier gemeinsam ihren Urlaub. Wir haben eine Weile geplaudert. Er hat sie aus Schottland mitgebracht - in Urlaub. Alle, mitsamt des Schotten, warem im Rentneralter. Den Sheldon habe ich schon 2x gelesen. Unweit von mir lebt ein Ungare (oder vielleicht ein Slowake?). Er baut ein Hotel. Ich sehe ihn jedoch ständig in Begleitung von Thai-Mädchen. Ich möchte ihn nach einem slowakischen Buch fragen. Ich wünsche mir, er hätte was für mich.

7.10.2010
Frühmorgens ist Jindra mit Piw gekommen. Piw hat ein Besen organisiert. Übrigens, ein Besen ist hier sehr schönes dekoratives Hilfsmittel. Piw hat auch meine Bettwäsche zum Waschen mitgenommen, sie war vom Massage-Öl schon ganz verschmiert. Sie hat mir auch 2 Gerichte auf der Basis von geriebenem Papayas mitgebracht. Noch grüne Papayas, werden hier als Gemüse verwendet. Beide Gerichte waren ausgezeichnet. Ein Gericht war ein warmer Salat, mit hiesigen Erdnüssen, die sind klein, schmecken aber sehr gut, allerdings ganz anders,als wir es gewöhnt sind. Sie werden nicht geröstet, sondern in der Schale im Dampf gekocht. Ausserdem waren Chilli und Bohnen drinnen. Die Bohnen isst man hier auch roh. Sie sind fast einen halben Meter lang und sie wachsen auf den Bäumen, zumindest eine Art davon.
Die hiesige Küche ist wirklich billig. Gemüse, Kräuter, ein bisschen Fleisch, Fisch, Muscheln, Krevetten, Sepien, um die 100 g Fleisch für 4 Portionen usw. Man konzentriert sich vor allem auf eine gute Sauce. Die Saucen sind sehr gut und harmonisch ausgewogen. Die Speisen sehen durch die verschiedenen Gemüsesorten so bunt aus, dadurch isst man vielleicht nicht so viel. Die Menschen haben hier allerdings keinen Winter und müssen keine grossen Anstrengungen vollbringen,wie in anderen Ländern. Dann ist also die Ernährung darauf angepasst. Bis jetzt vermisse ich kein Schnitzel über den ganzen Teller.

Tempel Plai Laem

Ich fahre mit dem Fahrrad zum Kloster, es ist von hier ca. 2 km entfernt. Um dort die wunderschöne Gegend rund um das Kloster wieder ein bisschen zu erkunden. Die Anlage ist wirklich gross. Ich weiss nicht wie dort alles funktioniert. Jeden Morgen sitzen an der grossen Einfahrt, unter Überdachungen, Sonnen- und Regenschirmen, viele Leute und essen irgendwas von ihren Tellern. Ich weiss nicht, ob sie es kaufen oder ob es die hiesigen Obdachlosen sind. Nein, genug Spekulationen, ich frage lieber Piw. Ich gehe in das Gebetsraum, um mich abzukühlen. Allmählich füllt sich der Raum mit Leuten, die ein bisschen feierlich angezogen sind. Vor allem Frauen und Kinder. Sie setzen sich auf den Bodem um mich herum, so dass ich mich nach einer Weile in einer Ecke gefangen finde.

Sie reden ständig und reichen sich irgendwelche Umschläge mit Geld. Dann legen sie die Umschläge in eine grosse silberne Schale. Vermutlich ein Geschenk für das Kloster. Aber warum haben sie es so lange und so kompliziert gemacht?
Ich habe etwa 40 Minuten lang auf die Gebete gewartet. Es kamen immer mehr Leute und die Kinder haben schon angefangen krantig zu werden. Der Lärm der vielen Menschen verscheuchte mich, so bin ich aufgestanden, über die Leute gesprungen und nach Hause gefahren.
Am Abend bin ich auf eine Entdeckungsreise um die Bungalows herum aufgebrochen und habe 2 schöne Kokosnüsse gefunden. Jetzt sitze ich auf der Terrasse und schreibe. Plötzlich kam etwas grosses, schwarzes angeflogen, ein Käfer, oder irgendwas in der Art. Pfui, schon ist er wieder weg. Ein kleines Gecko sitzt auf dem Lampenschild. Schon seit 2 tagen beobachten wir uns. Bald wird Jindra kommen und mich wieder mit seiner Energie aufladen. Er bringt auch eine Axt mit, denn wir wollen die 2 Kokosnüsse geniessen.

8.10. 2010
Heute ist Freitag und ich bin schon 1 Woche in Thailand. Jindra hat mich schon um halb 8 geweckt und wir fahren auf einen entfernten Strand zu einen grösseren, mehr touristischen Ortsteil. Überall sind offene Läden für Nahrungsmittel und Mode und Schnellimbiss, Nahrungsmittel und Mode, aber keine Touristen. Am Strand waren wir nur zu Viert. Vielleicht ist es noch zu früh. Der Strand ist herrlich, der Sand sieht wie Puderzucker aus. Das Meer ist jedoch nicht so klar, wie in Kroatien, dafür ist das Wasser hier warm. Wir sind sehr lange geschwommen. Es wäre möglich gewesen zu zwei kleinen Inselchen rüberzuschwimmen, aber dazu habe ich noch nicht genug Kraft. Jindra erklärt, dass sich dort sehr schöne Korallsteine und Muscheln befinden. Heute habe ich gar keine Lust auf das Thai-Essen. Ich bin zu einem Imbiss zum Mittagessen gefahren, das Essen dort war nicht so gut. Nach dem Englisch-Unterricht will ich zum Markt fahren. Wir sind sehr lange geschwommen. Ich möchte ein Brot mit Salat, der mit Salz gewürzt ist, essen.
Gestern abend war ich beim Jindra zu Hause, wir haben einen Pudding für den Buddhafeiertag gekocht. Der Buddha (oder die Mönche?) bekommt heute viele, verschiedene Gerichte, die Statuen werden mit Blumenkranzen geschmückt. Das feierliche Gebet war um 5 oder 6 Uhr frühmorgens, das konnte uns die Piw nicht so genau erklären. Der Pudding hat den Thais nicht geschmeckt, war angeblich nicht süss genug; Thais mögen es sehr süss.
Am Nachmittag war ich hier bei mir am Strand, heute scheint die Sonne. Ich schütze mich mit der Sonnencreme Sahara Nr.20. Es gibt hohe Wellen, man kann nicht so gut schwimmen, am Ufer jedoch ist die Hitze durch den Wind erträglicher. Das Wasser reicht mir maximal bis zum Bauch. Morgen schaffe ich es hoffentlich endlich mal zu dem Korallenriff zu gehen; ich bin schon gespannt auf all die Meeresbewohner, die im Riff leben. Unter einem Baum sitzt ein Thaijunge und beobachtet mich, dass lässt mich vorsichtiger werden und ich überwache lieber meine Sachen auf dem Tuch während des Schwimmens. Als ich wieder zum Bungalow aufbreche, steht auch der Junge auf und bleibt bei seinem neuen Motorrad stehen. Er fragt mich, ob ich mitfahren will. Ich sage ihm beim Vorübergehen, dass ich in der Nähe wohne und es nicht brauche. Ich schätze sein Alter ungefähr auf 18 Jahre, das sind ein paar Jahre weniger, als mein Sonnenschutzfaktor, amüssiere ich mich. Gestern hat mich auch ein älterer Mann angesprochen, seinen Namen hat er mir nicht gesagt, dafür hat er mir verraten, ein Hotel zu besitzen. Das war eine Herausforderung.

9.10.2010
Hallo Samstag. In Thailand unterscheidet man keine Jahreszeiten und auch die Wochentage nicht. Sie haben zwar ihre Namen, aber das bedeutet nicht viel. Die Tage sind hier alle Arbeitstage und gleichzeitig Erholungstage. Entspannen muss man in dieser Hitze, und arbeiten auch, um nicht vor Hunger zu sterben. Nur die Schule ist Sonntags geschlossen.
Ich habe gemerkt, dass an jeder Ecke Waschsalons sind. Ursprünglich dachte ich, dass es sich um Second Hand Shops handelt. Aus dem Wasserhahn fliesst ein etwas salziges Wasser, wo durch sich der Schmutz nur schwer löst. Auch das Trocken ist bei dieser Luftfeuchtigkeit sehr kompliziert. Ich habe mir schon 2x die Wäsche waschen lassen. 1kg kostet 40 Baht. Morgen gehe ich zum Markt, ich möchte alle diese Leckereien fotografieren, die es dort in grossen Mengen gibt und so wunderschön dekoriert sind. Heute hab ich es nur bis zum 7/11 Shop geschafft, bin in den angenehm klimatisierten Raum reingegangen und irgendetwas habe ich mir wie benebelt ausgesucht. Eine Weile sitze ich dann immer noch vor dem Geschäft, es ist heiss, unmöglich zu atmen. Ich habe mich zur Rückkehr nach Hause entschieden, in die Sicherheit wegen der Hitze. Zu Hause habe ich den grössten Teil des Tages mit Büchern und Tagebuch schreiben verbracht. Draussen hat in der Luft der Sauerstoff gefehlt, ein paar mal habe ich probiert irgendwo hin zugehen, aber jedesmal wurde mir schwindlich, so dass ich wieder umdrehen musste.
Um etwa 4 Uhr ist Jindra gekommen. Wir sind zu einen schönen Strand gefahren und haben ausgiebig gebadet. Auf dem Rückweg haben wir bei dem Markt gestoppt, ich habe nicht fotografiert, nur eingekauft. Eine Staude von kleinen spitzigen Bananen, sie sind sehr süss und schmecken ausgezeichnet. Die kleinen dicken Bananen, die bei uns als Feinkost gelten, werden hier für eine Bruchteil des Preises verkauft, sie sind vor allem zum Braten oder als Vogelfutter geignet. Grosse Bananen gibt es selbstverständich auch, eine Staude ca 1kg für 50 Baht. Ich habe noch eine grosse gelbe Mango gekauft und eine Weintraube mit Zylindern anstatt mit Kügelchen. So wie auf Lastovo, nicht wahr Honza?, denk ich mir. Dann noch ein Stück Obst, welches ich nicht kenne. Diese Frucht hat schön und interessant ausgeschaut. Von aussen eine härtere Schale, drinnen sind Steine, wie beim weissen Knoblauch. Dies wird rausgenommen und gegessen. Es ist sehr weich und süss.
Am besten waren die Bananen, die reife Mango war auch sehr gut, die Trauben gut, aber nicht ausgezeichnet und die Frucht mit den weissen Kügelchen werde ich mir nicht mehr kaufen, denn sie schmeckt mir nicht, obwohl die Thais diese Frucht sehr lieben.
Aus Mangos oder Bananen mixt man hier in den Bars Coktails mit Eis, das ist ein wahrer Genuss.

10-11.10.2010
Es ist Montag, aber das ist egal. Die Tage fangen langsam an alle gleich zu sein, ein einziger sorgloser Traum. Es ist interessant, sich nur mit sich selber zu beschäftigen, zu träumen, nachdenken, nur sich selber wahrzunehmen und mit der Umgebung zu verschmelzen.

Jarmila and the chicken

Die einzigen, die mich stören, sind die Hühner, die sich um die Bungalows herum weiden. Es sind ungefähr 4 Herden mit ca 5 Tieren. Ein Hahn und 4 Hennen. Die Hähne krähen von 3 Uhr morgen bis mindestens 10 Uhr abends - permanent. Ich weiss nicht, worüber sie sich informieren. Ein kleiner Hahn verlierte sogar schon seine Stimme, so sehr hat er sich bemüht immerzu Lärm zu machen. Es ist mir leider nicht gelungen, sie zu fotografieren. Sie sind sehr ängstlich.

Wenn ich schon bei den Tieren bin. Es gibt hier eine Unmenge von streuenden Hunden. Sie sitzen bei den Geschäften, laufen zum Strand, sie sind allgegenwärtig. Sie haben auf den Knöcheln Räude, Brüche, sind auf alle möglichen Arten behindert, können nicht richtig laufen und kratzen sich ständig. Leute treiben sie nicht weg, manchmal gibt ihnen jemand was zum Fressen. Einen Hund mit Herrchen zu sehen ist selten. Dafür sind Katzen auf den Strassen kaum zu sehen, Leute halten sie meistens zu Hause.
Heute hab ich bis zu 10 Uhr geschlafen, in der Nacht haben die Nachbarn etwas heftig gefeiert und noch um 2:30 hat man mit Feuerwerk geballert. Thais trinken meistens nicht. Zum Essen trinken sie Wasser mit Eis. In den Geschäften kann man Alkohol normalerweise kaufen. Angeblich, wenn die Thais schon Alkohol trinken, dann Whisky, keinen Wein.
Frümorgens habe ich mir die Haare gewaschen und bin zum Markt gefahren, um endlich das Essen auf dem Markt zu fotografieren. Es ging gut, es waren nicht viele Leute da. Ich habe schon wieder eine Staude Bananen, Kokosnuss und eine grosse Ananas gekauft. In den Rucksack konnte ich nur die Ananas verpacken, die Bananen und Kokosnuss hatte ich in den Tüten am Lenkrad. Ich bin mir wie eine Tante vom Markt vorgekommen, mit meinen Tüten. Die Ananas hat mich fürchterlich in den Rücken gedrückt. Ich bin OK nach Hause angekommen, aber gleich danach bin ich eingeschlafen.
Ich glaube, die Regensaison hat angefangen, jeden Tag regnet es mindestens 2x täglich. Man kann dadurch besser atmen, das ist auch nicht schlecht. Die Thais tragen jetzt auf den Motorrädern Pullis und Jacken. Ich schätze jedoch, dass die Temperatur nicht unter 28 Grad gesunken ist. Dieses Wetter sollte dann Ende November ein blauer Himmel und Sonne auswechseln. Für mich ist wichtig, dass ich täglich schwimmen kann. Das Meer ist lauwarm wie ein Kaffee.

12.10.2010
Es hat gestern angefangen zu regnen und es regnet jetzt um 10 Uhr morgens immer noch. Es sind Wasserströme, die jedoch schnell im Sandboden versickern. Alle Häuser stehen auf Stelzen, mindestens einen halben Meter hoch. Nur auf den Strassen sind riesige Pfützen zu sehen. Heute ist es sehr warm. Ich habe 5 Höschen gewaschen, ich bin gespannt, wann die trocken werden. Sonst muss ich sie auf dem Ventilator trocknen. Die Wäschereien nehmen keine Damenhöschen. Dagegen sind Herrenslips kein Problem. Das ist rätselhaft. Heute wird sicherlich nicht viel passieren. Englisch, Sheldon zum 4. Mal, Bananen und Limonella-Tee.
Ich habe noch nicht die Geschichte mit den roten Ameisen beschrieben. Es gibt viele von ihnen, sie sind auf dem brauenen Boden kaum zu sehen. Um meine Bikini besser zu trocken, habe ich eine Schnur vom Bungalow zu einer Palme gespannt. Ich habe gar nicht gesehen, dass dort die Ameisen sind. Die haben jedoch sofort angefangen, über die Schnur zu meiner Wäsche zu laufen. Das hätte mich nicht gestört, wären sie nicht über die Schnur auf die Terrasse gelaufen. Frühmorgens bin ich über die Ameisenmassen auf der Terrasse total erschrocken. Am nächsten Tag bin ich über die Ameisenmassen auf der Terrasse erschrocken. Ich habe angefangen, sie mit dem Besen zu vertreiben, aber sie haben sich nur in den Besen reingebissen und so konnte ich sie gar nicht von der Terrasse entfernen. Ich habe eine Zeitung genommen und habe versucht, sie zu töten. Nach ein paar Minuten schaue ich, wie ihre Kameraden die toten Körper wegtragen. Das hat mich gerührt. Nun aus den Ameisen sind Sturmameisen geworden. Sie heben ihre Hinterteile und springen auf mich und beissen mich. Jindra war darüber auch einbisschen entsetzt, aber er hat mir geholfen, sie endgültig zu vertreiben und die Schnur einfach anderswo hingehängt. Ab diesen Moment war Ruhe, die Ameisen und ich haben das Kriegsbeil begraben.
Es wird doch noch ein Aktionstag. Bald kommt eine Masseuerin, ein schönes Mädchen, ca 1,75 m und 65 kg schwer, sehr gross, für thailändische Mädchen, sie wirkte auf mich eher wie ein Mann. Die meisten Thai-Frauen sind zwischen 1,45 - 1,55 m gross, Piw sie vielleicht 1,40 m gross, sie ist sehr klein. Ich bin um einen Kopf grösser. Die Massage war sehr erfrischend, sie hat mir vor allem den Rücken, Nacken und Schulter durchmassiert. Es regnet noch ein wenig, ich werde etwas lesen. Ratet ihr mal, was? Ich habe mir Limonellen-Tee gekocht und voller Energie breche ich los zum Fahrradausflug.
Den Energieüberfluss verwende ich zu einer Stadtbesichtigungstour. Ich war überzeugt, dass ich irgendwo ein Thai-Essen verspeisen werde. Ein paar mal habe ich bei diversen Büffet und Kleinrestaurants angehalten, aber jedes Mal habe ich es mir am Schluss anders überlegt. Es hat mich immer etwas gestört.
Am Schluss habe ich mir in 7/11 ein steril verpacktes Sandwich mit Schinken und Käse gekauft. Ich fange an besessen vor Angst zu sein wegen der Ansteckungsgefahr von irgendwelchen Krankheiten. Zu Hause trinke ich nicht mehr das Zitronenwasser, sondern koche mir Tee, jetzt aus Lemongrass, es schmeckt eher unauffällig. Aber man kann von ihm viel trinken, kalt und warm. Und, die Masseurin von heute morgen, sie war tatsächlich ein Mann - ein Transvestit.
Ich bin wieder im Kloster spazierengegangen, es gibt dort viele seltene Objekte. Manchmal auch in der Vegetation eingewachsen. Ein solches Objekt, welches ich dort entdeckte, ist so wunderschön mit bunten Spiegelchen gefliesst.

13.10.2010
In der Früh ist Jindra gekommen und wir fuhren gleich zu dem schönen Strand. Es ist sonnig. Der Strand ist wunderschön, ca 6 Touristen und 6 Souvenir-Verkäufer. Wir haben so lange mit einem Verkäufer verhandelt, bis ich mir ein Perlenband gekauft habe, es ist wirklich schön und der Preis laut Jindra auch sehr günstig. Es ist das Band zum Gesundwerden.
Um 1.00 Uhr wollte ich wieder zum Mittagessen fahren, aber es hat mich ein riesiger Schauer überfallen, der bis ca halb 4 gedauert hat. Sofort bin ich dann in die Richtung schöner Strand losgefahren, wo ich vorher unterwegs saubere Imbissläden gesehen habe. Ein solches habe ich gefunden, es haben dort lauter Frauen gearbeitet, vermutlich eine Familie und haben Schnellreisgerichte gemacht - auf Wunsch. Ich habe ihnen gesagt, was ich mir in dem Gericht wünsche. Natürlich hat es nichts geholfen, sie haben mir trotzdem ein Ei reingetan, was ich überhaupt nicht mag. Ich habe mehr als die Hälfte der Portion aufgegessen, dazu habe ich eine Gemüse- und Kräuterschale bekommen. Die Blätter einer solchen Kräuterpflanze pflücke ich in Einzelteile. Es schmeckt wie Sauerampfer.
Mein Ziel ist, endlich mal ein Essen so zu bekommen, wie bestellt. Hauptsache kein Fisch, keine Muscheln.

14.10.2010
Ich habe Husten, noch von Brac - Kroatien. Vielleicht wird er noch dadurch unterstüzt, dass ich seit Thailand nicht mehr rauche und reinige mich. Hier sehe ich kaum Raucher. Ich bin hier zwar jeden Tag ca 22 Stunden alleine, aber an das Rauchen denke ich nicht.
Es schmeckt mir fast nichts, höchstens das gekühlte und geschälte Obst. Es regnet häufig. Die einzige Ablenkung sind die Massagen und die Meditationen.

15.-19.10.2010
Heute hat Honza Geburtstag. Er ist 39. Das ist ein Alter.

Jindra and his office

Morgen fahren wir mit Jindra nach Lamai - ein Inselteil ca 30 km weit. Er hat dort eine Reiseagentur, in der er, ein Deutscher und eine gewandte, und eine gewandt lächelnde Thai-Frau arbeiten.


Lamai ist quasi der luxuriöseste Inselteil, wo die reicheren Sterblichen hinfahren. Sonst sind auf der Insel andere Orte mit luxuriösen Bungalows und Villen, für die VIP Klienten. Sie sind eingezäumt und den Eintritt überwachen die Sicherheitskräfte. Auf der Strasse habe ich noch keine Polizei gesehen, ich weiss nicht mal, welche Autos sie haben.
In Lamai sind wir erst in eine französiche Bäckerei gegangen und uns Croissants mit Schokolade, dazu Expresso mit Milch, Ananassaft und Mangoeis bestellt. Mmmmm. Der Preis war hoch, aber es hat sehr gut geschmeckt. Mir auf jeden Fall sehr. Skype-Gespräche mit Honza waren sehr angenehm.
Im Büro habe ich mir das Programmangebot der Reiseagentur angeschaut. Danach sind wir noch zum Tesco für Milch und Öl gefahren. Ich habe mir noch eine Haarfarbe gekauft. Im Büro habe ich mich nähmlich bei einem ordentlichen Licht gesehen und war entsetzt.
Ich bin fix und fertig von der Klimaanlage und der langen Fahrt, wir sind sehr schnell gefahren, um dem kommenden Unwetter zu entkommen. Fast habe ich mich zum Tode gehustet.
Anonsten beschäftige ich mich ständig mit meiner Ernährung. Auf dem Markt teste ich Gewürze, z.B. Curry gibt es getrocknet, rötlich vom Chilli verfärbt. Hier werden 3 verschiedene Curry-Produkte verkauft: grün mit Kräutern, hellbraun mit Kokosnuss und dunkel braun ist Standard. Alle 3 Arten sind sehr gut und sehr scharf. Curry kann man relativ lange Zeit im Kühlschrank aufbewahren. Ich versuche Sesamsamen aufzutreiben, um mir daraus Öl zu machen. Ich muss mir auch einen Möser kaufen. Der gehört hier zur üblichen Ausstattung in der Küche Es werden in ihm diverse Kräutern und Erdnüsse zu Mus zerdrückt, die man in viele Suppen dazu tut und das schmeckt dann sehr gut. Momentan trinke ich Sesamöl als Zutat in der Sojamilch. Sojaprodukte sind hier sehr billig und gut. Kuhmilch gibt es auch, aber man muss wissen, welche Marke. Gestern habe ich mir auch eine weisse Kokosmilch in einem Kartoon gekauft. Sie ist sehr fettig und gut. Wirklich ein guter Ersatz für unsere Butter und Sahne für die Zubereitung von weissen Saucen und Suppen, oder für Pudding oder Coktails; es ist bestimmt besser als nur die normale Milch.
Noch eine Bemerkung. Es gibt hier keine Gehsteige. Hier gehen die Leute praktisch gar nicht zu Fuss. In dieser Hitze ist das gehen ziemlich erschöpfend. In den vergangenen Tagen war das Gehen noch realistisch. Aber seit Sonntag ist das sonnige Wetter zurückgekommen und mir ist es auch schon auf dem Fahrrad zu anstrengend. Man sollte das Fahren in der Sonne zwischen 11-16 Uhr vermeiden oder besser erst gar nicht in die Sonne rausgehen. Angeblich ist sie hier 11x stärker als bei uns.
Mit meinem Fahrrad bin ich hier auch ein Unikum, Fahrräder haben hier nur Kinder, bis ihnen die Eltern im Alter von 13 Jahren ein Motorrad kaufen. Manche Touristen fahren hier auch mit den Fahrrädern, aber sie haben eine hoch technische Ausrüstung, Handschuhe, Helm gegen die Sonne. Ich fahre in einem Kleidchen und auf dem Lenkrad die Einkaufstüten mit Obst. Manche Verkäufer winken mir zu. Gestern habe ich mir von einem solchen Veerkäufer ein kaltes Getränk mit dem Namen "Engelssaft" in einem Karton gekauft. Es hat seltsam geschmeckt - der Saft aus Mandarinen, Wasser, Eis, ein bisschen salzig. Insgesamt ist es jedoch sehr gut.
Thai-Leute haben nie Geld, auch deswegen kauft man sich das Benzin in 1 liter Flaschen. Ursprünglich habe ich gedacht, es sei irgendein selbstgemachter Alkohol. Es wird an jeder Ecke verkauft, dazu ein Kühlschrank für Kaltgetränke und es gibt dort auch noch gegrilltes Fleisch auf kleinen Spiessen und das Geschäft floriert sehr, die Leute leben gleich hinter den Geschäften, meistens in Blech- oder sogar auch gemauerten Häuschen. die Leute leben gelich hinter den Geschäften, meistens in Blech- oder sogar auch gemauerten Häuschen. Leute sitzen auf der Strasse, wie jeden Tag, bis zur Mittagspause und danach bis zum späten Abend. Sie plaudern, rufen etwas zu den vorbeifahrenden Motorräder, spielen mit Kindern. Ab und zu verkaufen sie was und das scheint zum Leben zu reichen. Eine Behaglichkeit.
Ich glaube, dass sie das Wort Eile gar nicht kennen. Das Vereinbarte gilt nur ein paar Stunden, danach muss man alles vom neuen bestätigen und vereinbaren. Ich habe diese Praxis zwar nur mit meiner Masseurin Noi erlebt, und das reicht mir.
Seit gestern hat sich in mir etwas verändert. Ich habe plötzlich mehr Kraft und das Gefühl von Hunger.
Heute früh waren wir mit Jindra grosse, schöne Steine sammeln, am Strand, nicht weit von den Felsen entfernt. Er baut sich vor seinem Haus einen Fischteich, mit Wasserfall und Pflanzen und benutzt diese Steine zur Dekoration. Um halb 9 war ich schon hungrig, wir sind essen gegangen, eine Hühnersuppe mit Nudeln. Sie war wirklich ausgezeichnet. Dazu hat man uns eine Menge von Chillisalaten und anderen Kräuter-Delikatessen, getrocknet und frische, gegeben. Das Geschäft ist schon in der touristischen Zone, sie hatten auf dem Tisch sogar Salz und Pfefer.
Am Abend wollte ich zum gleichen Imbiss fahren, aber ich war nicht fähig das Fahrrad zu besteigen. Ich hatte eine Blutung aus der Harnröhre. Der Stent hat sich wieder bewegt. Mindestens weiss ich, woher es kommt. Es kommt von der Fahrt auf dem Motorrad, welches keine guten Stossdämfer hat. Immer wieder fahren wir in ein Loch rein, das sind heftige Schläge auf den Po. Ich muss aufpassen.
Am Abend ist Jindra gekommen und wir sind wieder Suppe essen gefahren. In einem Imbiss in der Nähe. Sie haben nur am Abend geöffnet und ich habe nicht mal gewusst, dass dort gekocht wird. Es kocht dort eine lächlnde Frau, ihr Mann ist ein ehemaliger Matrose. Er hat lange, dicke, weisse Haare und trägt ein Stirnband. Er hilft rührend seiner Frau, putzt die Tische, serviert das Essen, bringt Getränke und Kräuter. Ich habe wieder Hühner-Nudelnsuppe bestellt. Sie war jedoch total anders als in der Früh. Es war viel Gemüse und Chilli drin und sie war ein bisschen süss. Ich habe sie noch mit frischen Kräutern schmackhafter gemacht und fast alles aufgegessen.
Ich habe auch entdeckt, dass mir dass Essen viel mehr schmeckt, wenn ich nicht alleine esse. Dann unterhalte ich mich auch und denke nicht nur an das Essen. Heute ist es auch in der Nacht heiss, der Ventilator läuft die ganze Nacht auf Stufe 3.

20.10.2010
Heute ist wieder Lamai angesagt und auf zum Skypen mit Marek, Martina und Honza. Ich freue mich sehr. Die Fahrt auf dem Motorrad geht gut, es ist nass und heiss. In Lamai habe ich noch Zeit für Croissants, Eis und Ananassaft. Schon wieder ein ausgezeichnetes Frühstück. Danach sitze ich am Skype, fast 2 Stunden. Schade, dass ich nicht Marek sehen konnte, er hat keine Kamera. Martina wieder nur in einem leichten T-Shirt, so wie meistens, mein Schätzilein. Dann war ich mehrere Stunden am Computer, ich habe nicht gearbeitet, ich habe eher Koh Samui erforscht. Der goldene Big Buddha ist 12 m hoch, er scheinte viel höher zu sein.
Um halb 4.00 Uhr gehen wir zum Strand, es ist etwa 200 m weit. Auch das ist in der Hitze eine Entfernung. Endlich schwimme ich genüsslich, es ist herrlich. Tropen ohne Meer würde ich nie besuchen. Wie die Leute im Landesinneren leben, will ich gar nicht wissen.
Wir schwimmen, schwimmen und beobachten die Verkaufsbuden auf dem Strand und ihre Angebote. Dann entdecken wir ein enges Häuschen mit der Schrifft "7 Schwaben". Wir gehen näher zu dem Schild mit dem Menüs und entdecken dort gibt es schwäbische Küche:
Gulasch mit Spätzle, Spätzle mit Bolognese Sauce, Käsespätzle mit geröstetem Zwiebel. Gerade das letzte Angebot hat uns überredet. Die Spätzle sind ja das Traditionsessen aus dem Schwabenland, es handelt sich um eine abtrünige Version von dem slowakischen Gericht "Halušky". Wir haben uns eine Portion zusammen bestellt und es war kaum zu schaffen. Es war ziemlich schwer und fettig, aber ausgezeichnet.
Dann fahren wir wieder nach Hause und ab ins Bett. Noch habe ich viel Energie. Es hat angefangen fürchterlich zu regnen, aber dass ist für Abend der ideale Zustand. Gute Nacht.

21.-23.10.2010
Ich glaube, der Sommer ist zurückgekehrt. Es hat schon mehrere Tage nicht geregnet und es ist heiter und heiss. Ich bin wie benommen. Zum Glück weht fast ständig ein Wind, so wie es meistens auf einer Insel ist. Der Appetit und ausreichende Energie halten noch an. Jeden Morgen eine ausgiebige Hühner-Nudeln-, Krebs-, Rinder- oder Schweinesuppe. Am Abend dann ein zweites warmes Essen mit Reis. Die Suppe schaffe ich sogar mit Stäbchen zu essen, nur auf sie kann man die Reisnudeln gut anwickeln. Tagsüber schwimme ich, meditiere, schreibe oder lese.
Morgen fahren wir zum Heiler. Jindra leiht sich in einer Autovermietung ein Auto. Die Eindrücke von dem Ausflug beschreibe ich später, haltet mir die Daumen. Eine Bemerkung: Die Frauen haben hier relativ lange, griffige Fussohlen, mit besonders langen Zehen. Piw misst 1,4m und Schuhgrösse hat sie 39. Letztlich habe ich in einem Imbiss ein Mädchen beobachtet, wie es mit ihren Fussohlen einen Möser hält, in dem sie Erdnüsse geschlagen hatte. Honza müsste nach diesen Masstäben die Fussgrösse 55 haben, er hat nur 48.

House for ghosts

Noch eine weitere Wahrnehmung: Die Thais glauben an Geister. Sie bauen den Geistern vor den eigenen Häusern kleine, schöne Häuschen. Wirklich als Hausminiaturen, von diversen Farben und vielen Details. Sie glauben nämlich, dass an der Stelle, wo sie ein neues Haus gebaut haben, hat ein Geist vorher gelebt, und um ihn nicht zu verärgern, dass er wegziehen müsste, bauen sie ihm ein Häuschen. Das Häuschen wird regelmässig mit Essen versorgt, auch mit Blumen geschmückt. Solche Häuschen bauen sich die Leute selber oder man kann sie auch kaufen. Es gibt dafür spezielle Fachfirmen. Die Häuschen werden auf Pfeiler gestellt, damit die gesamthöhe ca 1,7 m errecht.

Noch eine Entdeckung: Die Männer trainieren Vögel im Singen. Das müsstet ihr euch mal anschauen. 10 Männer und ca 20 Käfige, jeweils mit 1 Vogel. Die ganzen Tage sitzen sie vor dem Haus und hören den Vögeln zu. Alle 5 Minuten schieben sie manche Käfige auf die Seite, ca 20 m weit, zur Strafe. Dann sitzen sie wieder da und hören zu. Nach einer Weile bringen sie die "bestraften" wieder zurück in die Vögelgemeinschaft. Jindra sagt, dass wird schon seit Monaten so gemacht. Ich möchte erfahren, was am Schluss daraus werden soll - ein Peter Alexander Vogelchor? ….

24.10.2010
Heute fahren wir zum Heiler. Das Boot fährt um 7 Uhr in der Früh, wir müssen also schon um halb 7 im Hafen sein, um die Reservierung nicht zu verlieren. Jindra hat sich schon gestern einen kleinen Pick-Up ausgeliehen, Toyota, und am Schluss fahren wir in vollen Besatzung mit 5 Personen. Ich, Jindra, Piw, Teng und Noi.

Teng, the daugtehr of Piw

Teng ist die 11-jährige Tochter von Piw. So ein hübsches Mädel.

Jindra ist ziemlich nervös, damit alles klappt. Zum Hafen sind wir gegen 7:15 angekommen, als 2. Auto. Dann Einschiffen und 90 Minuten Überfahrt zum Zielhafen Don Sak. Die Mädels verspeisen die ganze Fahrt irgendetwas, gekochter Mais, süsse Knödel, Kokosnussreis in grünnen Blättern und zum Schluss eine thailändische Instantsuppe. Wir gehen mit Jindra kurz auf das Deck, weil uns Beiden durch die Klimaanlage kalt ist. Auf dem Deck ist es schön. Es scheint die Morgensonne, wir betrachten viele kleine Inselchen um uns herum. Dann nähert sich schon das Festland. Der tektonische Ursprung ist deutlich erkennbar. Die hohen spitzigen Berge und Felsen, so wie in Tschechien bei Lovosice. Wir verlassen das Boot; es erwarten uns ca 90 km Fahrt bis nach Nakhon. Die Strassen sind betoniert und gut erhalten. Auf dem Weg sehen wir Häuser und Häuschen von den unterschiedlichsten Kategorien. Von aufgedunsenen Bungalows bis zu, aus ungehobbelten Brettern zusammengenagelten Hütten, ist alles vorhanden.

Budha festival

Heute ist in Thailand ein grosses Fest. In einzelnen Ortschaften ziehen die Leute an einer Schnur durch die Strassen ihre Symbole. Drachen, Schiffe und andere Unformen. Sie sind auf Rädern, ca 10 m lang und werden durch ca 100 Leute gezogen. Dazu wird getrommelt, gesungen, gerufen. Wunderschön. Wohin sie fahren, weiss niemand.

Wir sind schon in Nakhon und sehen einen Mann, der uns winkt. Das ist der Sohn von Noi. Jindra wechselt auf die Ladefläche und der Sohn fährt uns auf Staubwegen zu dem Heiler. Bald sind wir dort. Er wohnt mit mehreren jungen Leuten und Kindern in zwei Holzbretter-Häuschen.
Wir betreten das Haus und mit uns auch alle herumstehenden Personen. Sie räumen schnell alle auf dem Boden herumliegenden Sachen weg und spannen ein weisses Betttuch, in dem diverse Kerzen, Schnüre und Pflanzen waren. Nach ein paar Fragen setzt er sich neben mich auf den Boden, die Beine soll ich angezogen haben.

Jarmila by the healer

Er zündet die Kerze an und nimmt meine Hand am Handgelenk. Ich schliesse die Augen so wie er auch. Nach einer Weile schüttelt er sich und mit veränderten Stimme fängt er an, Heilpflanzen zu nennen. Die herumsitzenden Leute und auch die Piw mit Noi versuchen die genannten Pflanzen genau zu identifizieren, schreiben sie auf und sagen, dass sie ihn verstehen. Das dauert ca 10 min.

Dann wacht er auf, berührt mich mit seiner Hand am Rücken, genau dort, wo es mir wehtut und am Hals, wo ein Knoten ist. Er sieht den Krebs auf vielen Stellen meines Körpers verbreitet. Er sagt, dass ich in 2 Monaten geheilt werden kann, wenn ich den Tee aus den genannten Pflanzen trinken werde und Fleisch (bis auf den Fisch) auf meinem Speisezettel streiche. Kaffee und Süssgetränke solle ich meide, wenn möglich. Ich soll so viel von dem Tee trinken, wie ich will, z.B. 1,5l täglich. Milch und Öle darf ich zu mir nehmen. Er gibt mir die Pflanzen für einen Monat, es sind ca 10 Arten. Dann soll ich wieder zu ihm kommen, für die nächsten Pflanzen, wo es dann ca 20 werden. Nach dem 3. Tag soll ich ein Jucken unter der Haut spüren und der Halsknoten soll kleiner werden.
Für die Heilung will er 100 Baht. Noch mal sagt er zu mir, dass er mich in 1 Monat sehen möchte. Wir bedanken uns und fahren weg.
Ich bin voller Eindrücke, ich bräuchte Ruhe, um alles Erlebte einzuordnen. Nein. Alle besprechen ständig etwas, vermutlich gibt es ein Problem, wohin wir zum Mittagessen gehen, weil das Sprechen langsam ins Schreien übergangen ist. Zum Mittagessen gehen wir ins Restaurant, noch mit der Schwiegertochter von Noi und der Enkelin. Es folgt ein mehrstündiges Mittagessen, wir sind zwar unter dem Dach, aber die Temperatur schätze ich so um die 40 Grad im Schatten. Dann fahren wir los, um noch 3 fehlende Pflanzen zu besorgen. Wir fahren zu den Bekannten von Noi. Einer wohnt im Dschungel. Ich habe nicht erkennen können, wo der Garten anfängt und wo der Urwald endet.. Alles sieht gleich aus. Ein undurchdringliches Gestrüpp voller Mücken. Schnell weg hier.
Ich war glücklich, als alle dann begriffen haben, dass ich Ruhe brauche und haben mich in ein gemietetes Appartement ausgesetzt. Weisses Federbett, Dusche, Klo, Ventilator, ein Traum. Ein paar Telefonate, es ist halb 5 und ich schlafe ein.
Sie wecken mich um halb 8, wir gehen zu den Drachen, zu dem Festplatz. Jetzt weiss ich, wo sie alle die Monster hingeschleppt haben: Zum Festplatz. Viele Attraktionen, Verkaufsbuden, Erfrischung, Süssigkeiten. Live-Music, grosse Tanzfläche. Lichter, Feuerwerk, Mönche mit Weihwasser. Sehr spät, um 12, fahren wir nach Hause, ich zum Appartement, die anderen zu dem Sohn von Noi in sein Haus aus Holzbrettern.
Morgen vor 8 Uhr aufstehen und auf zum Markt. Der Sohn und seine Frau nutzen das PickUp und kaufen Essvorräte ein. Es ist ca 50 Grad, ich habe fast gekotzt von dem Fischgeruch auf dem Markt. Wir fahren zu dem Sohn nach Hause und die Familie fängt an, eine Suppe aus den Schweineknochen zu kochen. Draussen am offenen Feuer. Zum Glück bekomme ich Reis mit Gemüsesalat. Warum sind im Salat Krabben mit Klauen, weiss ich nicht und will ich auch nicht untersuchen. Sind sie von gestern übriggeblieben oder?

Jarmila plays with childern

Ich spiele mit den Kindern und bete, dass wir bald heimfahren. Jindra errinnert Noi vergeblich daran, dass das Auto um 16:30 zurückgegeben werden muss.
Ohje, ich habe Durchfall. Schon wieder muss ich in die Blechbude, ehhmm, ich werde es nicht beschreiben.

Die Heimfahrt wird erst nach 4 Stunden endlosem Essen und Ratschen angetreten. Dann wird erst noch der Vater von Noi abgeholt, der schon wartend vor seinem Haus steht.
Im Hafen warten wir 1,5 Stunden auf das Boot, dann steigen wir ins Boot und sind bald wieder zurück in Samui.
Wie freue ich mich wieder in meinem Häuschen zu sein. Es ist schon so gegen 8.00 Uhr und ich bin völlig GROGY.

25.10.2010
Morgen wache ich gegen 8 Uhr auf, ich hab wahrhaftig 12 Stunden durchgeschlafen. Ich dusche und wasche mir die Haare. Dann kommt der Jindra, wir fahren zu ihm, um den Tee zu kochen. Ich bin gespannt, wie Piw die Unmenge von Heilpflanzen bewältigt. Ich habe noch nicht geschrieben, dass wir gestern einen speziellen Topf aus Keramik ohne Glazur gekauft haben. Gleich gestern abend hat die Piw den Topf mit Wasser gefüllt, um ihn dicht zu machen.
Heute hat sie das Wasser ausgeleert und hat alle Pflanzen reingetan für die nächsten 14 Tage, dann mit frischem Wasser gefüllt. Und fertig. Ich würde die Mischung noch irgendwie zermahlen und täglich die Pflanzen austauschen, in Tagesmengen, die traditionelle Methode des Kochens vom Kräutertee. Also, Piw hat den Topf auf den Gasherd gestellt. Der Topf hat erst ein paar mal drohend gespuckt und ein paar Keramikscherben sind rumgeflogen. Dann war er aber schon ruhig und der Tee wurde problemlos gekocht. Die erste Lauge war geboren. Es duftet interessant, nach Holz und Weihrauch. Der Geschmack war nicht besonders, auch zu salzig. Sie mischen es mit groben Salzkörner. Es ist ein salziges Pfui. Man kan es trotzdem trinken und ich werde es auch trinken. Jeden Tag wird die Lauge in dem Topf mit frischen Wasser nachgefüllt und wird kurz gekocht. Die Piw wird mir also den Tee kochen und Jindra wird mir den fertigen Tee bringen. Ich würde mir den Tee gerne selber zubereiten, aber ohne einen Kocher geht es nicht.
Gleich das erste Trinken hat bewirkt, dass ich ca 5x aufs Klo gehen musste, es ist jedoch kein Durchfall. Dafür ist die Farbe interessant - golden.

26.10.2010
Von dem Tee habe ich gestern ca einen halben Liter getrunken, mehr schaffte ich nicht. Ich sollte mich mit Nichts beschränken. Essen sollte ich normal, der Tee vermindert den Appetit nicht. Ich esse recht wenig, denn bei diesen Temperaturen hat man einfach keinen Hunger. Ich versuche einzuhalten, morgens und abends ein warmes Essen und dazwischen viel frisches Obst zu nehmen. Heute hat mich Jindra wieder auf den schönen Strand mitgenommen. Er ist dann dort auf die entfernte Insel gegangen und sammelt Korallensteine. ich kann leider nicht baden, die Wellen sind zu hoch und ich habe Angst um meine Nefrostomie. So, was solls, ich werde mich mindestens im Restaurant vergnügen, ich bestelle mir etwas Gutes. Es haben Reisnudeln mit Gemüse gewonnen. Aber hallo, was für schrumpelige Nudeln sind das denn? Sie sehen aus wie Seegrass aus dem Meer. Die Bedienung springt um mich herum, sie bringen Chilli und weitere Saucen. Ich bin nämlich der einzige Gast. Aber dieses Essen kann nicht mehr gerettet werden. Ich esse nur das Gemüse und trinke dazu das Wasser mit Eiswürfeln. Nach einer Weile kommt Jindra zurück, selbstverständlich isst er alles auf und es schmeckt ihm noch. Naja, sagt er mit vollem Mund, die Reisnudeln sehen auch nur so grün aus, weil sie in einer Sauce gekocht sind. Ich werde mir merken, wenn ich mir Nudeln bestelle, dann nur in der Suppe. Nudeln in der Suppe gibt es als zwei Arten, farblose aus dem Reis, oder gelbe mit Maismehl.
Auf dem Heimweg hat uns ein heftiger Sturm erwischt. Zu Hause kuschel ich mich ins Bett und schlafe gleich 8 Stunden durch. Am Abend gehe ich Reis, Curry und Gemüse essen. Es schmeckt sehr gut. Dann schlafe ich bis zum Morgen. Sagt man nicht, das Schlafen Heilung bringt?
Ich habe ca 1 Liter Tee ausgetrunken.

28.10.2010
Die Regenzeit ist wieder zurückgekommen. Der Himmel ist den ganzen Tag so grau, als wenn es schon Abend wäre. Morgen und Abend schaffte ich es zwischen den Regenschauern zum Thai-Imbiss zu fahren, muss ja, laut Anordnung des Arztes, zwei Mal täglich warmes Essen zu mir nehmen. Ich bestellte mir immer wieder das selbe, weisser Reis mit Curry, dazu Garnelen. In jedem Imbiss schmeckt es anders und die Garnelen sind unterschiedlich gross. Am besten schmecken mir die kleinen, ohne den vorderen Barthaaren. Wieder zu Hause folgt dann die maximale Relaxation.

29.-31.10.2010
Hmm, das schlechte Wetter dauert an. Es weht ein starker Wind von Japan, auf dem Meer gibt es mindestens 1 Meter hohe Wellen. Windböen brechen trockene Baumäste ab. Die fallen dann runter und vor allem in der Nacht erschrecken sie mich fürchterlich. Dieses Wetter hat aber 2 Vorteile: 1. es gibt keine Mücken, 2. es ist nicht heiss, ich laufe in einem Pulli herum.
Gestern habe ich wieder per Skype in Lamai mit Martina und Marek gesprochen. Es war sehr angenehm und ich hatte die Gelegenheit zu sehen und zu reden auch mit Terezka und Milanek. Natürlich hatten wir wieder Croissants und Saft. Aber diesmal bin ich nicht mehr so begeistert davon, ich würde lieber eine Nudelnsuppe essen, aber die habe ich ja sonst jeden Tag. Ich habe schon den Möser, so zerdrücke ich mir die Sesamsamen selber und gebe es morgens in die Suppe zusammen mit Kurkuma und Pfeffer. Es schmeckt gut. Am besten schmecken die Suppen mit zermahlenen Cashew-Nüsse, probiert es aus.
Wir waren in Lamai bis zum Abend, wir haben dort auch das Abendessen genommen. Es gibt dort eine ganze Zeile mit Imbissbuden, du wählst aus, was du willst und dann hinten an den Tischen kannst du es verspeisen. Eine Kombination aus der Selbsbedienung und den schwedischen Tischen. Es wird vor allem von den Touristen gerne besucht, vor allem von den Deutschen, sie futtern dort, als hätten sie gewettet, wer das Meiste essen kann. Die Gerichte sind gut und unglaublich billig.
Wir haben Pizza bestellt, zum erstenmal in Thailand. Sie war knusprig, nicht besonders gut. Dazu ein Mango-Coktail.
Und zum guten Abschluss einen Palatschinken. Man macht sie hier anders. Einen Teig-Batzen schlägt man solange auf den Tisch, bis er ganz gross und flach ist, der Fladen wird wird dann fast ohne Öl gebraten. In die Mitte gibt man eine ganze Banane mit Rosinen, die Ränder werden zur Mitte gelegt. Dann wird das ganze in kleine Stücke geschnitten, auf einen Plastikteller gelegt, dazu ein Zahnstocher. Ausgezeichnet.
Es ist Sonntag und wir machen einen Ausflug und frühstücken gleichzeitig, in einer touristischen Ortschaft: Fishermen Village. Es war ursprünglich eine Fischerkolonie, jetzt in ein Skansen umgebaut. Viele Restaurants und Geschäfte, aber auch Musikveranstaltung gibt es dort. Alles modern und mit französischem Charme gebaut. Die französische Sprache ist hier fast die Hauptsprache, auf alle Geschäftsschilder und sogar auf Menükarten. Es ist sehr interessant, ich möchte gerne erfahren, wie die Französen hierher gekommen sind. Wir haben uns in ein Restaurant unweit vom Meer gesetzt, bestellten ein Bananen-Coktail, diesmal mussten wir allerdings 100 B zahlen, gestern hatet es nur 25 B gekostet.
Vielleicht wundert euch das jetzt, denn ich habe vorher geschrieben, dass wir Frühstücken wollten und dann nehmen wir nur einen Bananen-Coktail. Doch hier gibt es am Morgen nicht viel zum Essen. Wenn man nicht gerade Lust auf eine Suppe oder quasi das Hauptgericht in der klassischen Gestaltung mit Reis, Sauce und etwas Gegrilltes dazu, hat, hat man ein Problem. Ich sehe hier verzweifelte Touristen mit Plastiktüten in der Hand, nach etwas Essbarem suchend.
Wenn ich raten darf: Fahrt nach Thailand nur zu einem empfohlenen Ort und Resort. Eine Übernachtung ohne Restaurant zu buchen kann auch einen verdorbenen Urlaub bedeuten. Hier bei mir gibt es Resorts, die ich dann im Internet sehe, und denke mir, ein Luxus. In der Realität ein Schlammfeld voller Mücken und Fröschen. Zum schönen Meeresstrand und gutem Essen muss man erst auf einem Motorrad oder Auto fahren. Beides mus man sich erst für nicht wenig Geld leihen. Ein örtliche Verkehr mit einem festen Fahrplan gibt es nicht. Es fährt zwar auf den Hauptstrassen ein Sammeltaxi, aber man kann sich darauf nicht verlassen. Das normale Taxi gibt es zwar auch, aber ist sehr teuer und nicht seriös.

1.-5.11.2010

Floating Samui

Jetzt erst ist die Regenzeit gekommen. Es regnet fast permanent und intensiv. Der Monsumwind, häufige Gewitter und hohe Wellen verursachen langfristige Stromausfälle auf der ganzen Insel. Die Lagune hat die Strassen und das Land überschwemmt. Der Tempel steht unter Wasser. Die grossen Fische, die wir für 10 Baht gefüttert haben, schwimmen jetzt auf den Strassen und in den Bächen, die sich gebildet haben. Leute versuchen sie zu fangen, nurWenige geben die gefangenen Fische den Mönchen zurück. Jindra hat auch einen Schlangenfisch gefangen, er ist ihm dann aber wieder aus der Hand geflutscht.

Am schlimmsten ist, dass die Geschäfte ausverkauft sind und die Imbissbuden ohne Strom auch nicht funktionieren. Also, ohne Obst hätte man nichts zum Essen. Ich habe eine grosse Wassermelone und bin damit gut versorgt.
Ich lade mir vom Internet Hörbücher runter. Die höre ich mir dann an. Die Bücher sind eine bunte Mischung Biorein, scifi von der biologischen Reikarnation, Mein Leben , vom Schauspieler Brothanek aus Karlin, der sein ganzes Leben nur Nebebrollen gespielt hat und von dem ich nie was gehört habe. Dann über den N. Tesla über sein einziges Tagebuch mit seinen technischen Erfindungen und Lösungen, eine ziemlich komplizierte Sache für einen Laien.
Die Hörspiele sind meistens gut gelungen, das beste davon ist Dracula und Ministerium der Angst. Die Laterne aus dem Jahr 1956 ist auch ganz nett. Ich emfehle es ganz herzlich.

6.11.2010
Hallo Samstag. Endlich hat es aufgehört zu regnen und es ist sogar schön. Jindra hat mich mit dem Ohrwurm aus einem Lied geweckt ….. Das Radio meldet, der Tag sei eine einzige Schönheit ….. Wir sind von dem Wetter ganz aufgeregt. Wir machen einen Ausflug ca 10 km in eine schöne esoterische Kaffeeteria, wo sich Heiler und Biotronics treffen. Es ist dort sehr schön eingerichtet. Ich kann nicht den Einwurf unterdrücken, dass es wieder ein französischer Still ist. Wir haben uns wieder ein Fruchtcoktail bestellt, es war nicht so viel Eis drinnen, dafür mehr Früchte, Kondenzmilch und Wasser.

7.-8.11.2010
Heute ist ein schöner Sonntag, es scheint die Sonne. Wir haben uns entschlossen, den nahen schönen Strand zu besuchen. Am schönen Sand liegen jetzt nach dem Monsum Milionen von Ästen, alten Kokosnüssen und diversem Unrat. Im Meer sind die Wellen gerade noch klein genug, so dass wir baden können. Wir sind ausnahmsweise nicht alleine. Am Strand sind jetzt mehr Leute, als in den sonnigen Tagen. Ich werde hungrig und wir gehen Frühstücken. Auf der Speisekarte sehe ich auch die europäische Küche. Das Frühstücksangebot ist sehr beschränkt, so dass ich mir eine Tomatensuppe bestelle. Ich bin gespannt, was sie bringen werden. Jindra sagt, dass sie bestimmt aus frischen Tomaten hergestellt ist.
Und tatsächlich, in der Schale ist ein warmer, salziger, originaler Saft aus den Tomaten, dazu ein Toast. Ich tue ein bisschen Pfeffer drauf und ich geniesse das Essen. Ich würde gerne noch eine Suppe essen, aber Jindra hat es schon eilig zurückzukehren. Dann bin ich wieder bei meinem Bungalow und spaziere am Meeresufer bei uns herum. Ich will in dem Unrat etwas ganz Wertvolles finden, aber ich habe kein Glück.
Glücklich sind nur die allgegenwertigen Mücken, die mich trotz des Repelents fressen, wie um die Wette.
Ich bin auch vom Fahrrad runtergefallen, aber mir ist nichts passiert. Vor den Bungalows auf dem engen Panellweg war ein Auto gestanden, mit offener Tür. Es war dort vielleicht nur 60 cm Platz, ich dachte, es ist leicht zu schaffen. Aber von wegen. Ich verlor das Gleichgewicht und bin in das Blumenbeet neben dem Weg gefallen. Nachher hatte das vordere Rad einen Platten. Nach dem Aufpumpen hat der Schlauch die Luft gehalten, ich weiss nicht, ein Loch scheint es nicht zu sein. Habe an diesen Tagen schon wieder einen Widerstand gegen das Thai-Essen. Ich träume vom panierten Blumenkohl oder Käse oder Champignons und kartoffeln und Butter. Gestern habe ich mit meinen Eltern telefoniert und habe das Frühstücksmenü für den 30.11. bestellt. Ich werde gleich vom Flughafen zu Ihnen fahren. Seltsamerweise habe ich hier keine Lust auf Fleisch, in keiner Gestaltung. Eher auf Pilzsuppe, Kartoffelpuffer oder Wirsingplätzchen. Lecker.
Eine Bemerkung. Am 7.10. habe ich von Leuten geschrieben, die vor dem Tempel sitzen und etwas essen. Also, diese Leute sitzen dort nicht nur morgens, sondern den ganzen Tag und unterhalten sich. Es sind nämlich die Hinterbliebenen. Um den Gebetsraum herum gibt es eine Urnenstrasse, mit einer grossen Menge von Fensterchen. die Hinterbliebenen feiern also den Tod auch bis zu 9 Tage lang. Angesichts der Tatsache, dass ständig jemand stirbt, wird praktisch jeden Tag gefeiert.
Wir haben auch eine Hochzeit gesehen, die Braut hatte ein schönes, weisses Kleid an, so wie in Europa. Die Hochzeiten sind kolossal, es wird mehrere Tage gefeiert, mit mindestens 200 Gästen.
Und ja, bei den Hinterbliebenen gibt es auch um die 200 Gäste für eine Beerdigung. Die Gleichheit der Zahlen von beiden Aktionen ist rein zufällig.

9.-11.11.2010
Das Wetter ist immer noch regnerisch. Auf den Strassen steht schon permanent das Wasser und manchmal sind die Strassen nicht passierbar. Jindra ist gestern Abend erst um halb 10 von Lamai zurück gekommen, denn es war schwer wegen den Überschwemmungen überall durchzukommen. Da hatten wir ein europäisches Abendessen eingeplant. Gekochte Kartoffeln, mit Gemüse und Zwiebel gemischt und mit Käse bestreut. Dazu ein klassicher tschechischer Gurkensalat. Es war schon zu spät gemeinsam das Menue zu kochen. Vielleicht klappt es morgen. Heute habe ich mir Fruchtjoghurts in ähnlichen Bechern wie Activie gekauft, sie sind gut, aber bestimmt fetter, als unsere. Der eine war mit Papaya, Rambutan und Kiwi gemischt, der andere etwa mit Apfel. Sonst paassiert nicht viel, ich trinke den Tee, lese, höre mir die Hörspiele an, spaziere, und wenn es nicht regnet, mache ich Fahrradausflüge zur Nahrungssuche. Zur Zeit bin ich in Wassermelonen verliebt, es gibt dunkelgrüne, kleine und gut ausgereifte. Ich esse fast 1 Melone täglich auf, ca 2,5 kg.

12.11.2010
Heute Morgen ist der Himmel endlich wieder blau, welch eine Freude nach den langen Regentagen. In der Früh bin ich zum Jindra gefahren, ich musste leider beide aufwecken, es ist halb 9 so erlaubte ich es mir. Ich lehne die Speise ab, die Piw gleich nach dem Aufstehen anfängt zu kochen. Mit Jindra fahren wir zu einem Imbiss, um eine Nudelnsuppe zu essen, die für meine Geschmackszellen, die beste ist. Ich tue wieder in die Suppe den Chilli-Salat, d.h. kleingeschnittene Chillischotten in Fischsauce. Diese Fischsauce ist hier sehr verbreitet. Eigentlich wird mit ihr das Gericht schon auf dem Teller gesalzen oder es wird auf die gekochte Eier getropft und sogar auf die Grapefruit habe ich es schon gesehen.
Ich gehe bei uns zum Meer. Es ist schön ruhig, es plätschert nur lieb vor sich hin. Die Strände sind aufgeräumt, keine Spuren mehr vom Monsum zu sehen. Die Bucht ist voll mit Wasser, so das man gut schwimmen kann. Nach einer Weile tauchen die ersten Touristen auf. Die meisten davon sind Franzosen. Ich bade und geniesse es sehr.

13.11.2010
Das Wetter ist immer noch sonnig. In der Nacht gibt es zwar häufig Gewitter und Regen, aber der Morgen kommt mit einem blitzblanken Himmel. In der Nähe hat ein junges Ehepaar einen neuen Imbiss im eigenen Haus geöffnet. Sie heisst Kee, ist moslemisch aus Bangkok, er ist von hier. Sie kochen quasi europäisches Frühstück und haben auch ein paar Angebote zum Mittags- und Abendessen. Es ist bei ihnen angenehm und sauber, ich besuche sie gerne. Es gibt 3 gute Teearten, grün, gelb und schwarz, zu allen passt sehr gut die Milch. Es sind moslemische Tees, hoffentlich kann ich sie irgendwo selber kaufen. Der Teekauf hat sich gelöst, Kee hat für mich dieseTees in Bangkok bestellt.

15.-16.11.2010
Heute hat meine Martina Geburtstag, die schon 21 Jahre alt wird. Ich habe ihr eine SMS geschrieben, so dass wir uns per Skype am Samstag sehen werden. Hier giesst es wieder nonstop. In diesen Tagen beschäftigen wir uns mit dem Pilz Candida. Nach mindestens 10 Indikatoren habe ich sie auch, vielleicht von der Kindheit schon, wo ich noch sehr viel Penicilin, Tetracyklin und andere ähnliche Antibiotika gekommen habe. Ganze Jahrzehnte habe ich an Pilz-Ausfluss gelitten, den niemand kurieren konnte. Ich hatte Eiweiss im Urin, diverse Juckpusteln waren nicht ungewöhnlich, weisse Schleimhaut auf der Zunge und eine ungeheuere Lust auf etwas süsses in grossen Mengen – in Form von Cola oder Schokolade. Kein Gynäkologe oder Onkologe hat jemals etwas von einer Diät oder ähnlichem erwähnt.
Jetzt habe ich einen Artikel von Crise Woollamse mit 2 Grundthesen gefunden:

  • Das onkologische Magazín in den USA hat schon 1993 geschrieben: Die meisten Patienten nach der Radiochemotherapie sterben nicht an Krebs, sondern an die Entzündungen durch den Pilz Candida albicans verursacht.
  • Den Krebs bildet der Körper selber, als Multizellenschutzt zur Bekämpfung von Candida.

Ich habe im Internet noch mehr Einzelheiten über Candida gelesen, die Meinungen von Patienten über ihre Heilung, manche erprobten und wirksamen Behandlungsmethoden informiert. Ich bin auch in eine Apotheke gegangen und habe festgestellt, dass sie die Pille Nystatin zur Bekämfung von Candida haben. Diese Pille ist in Tschechien noch nicht registriert und Leute bestellen es für viel Geld aus dem Ausland. Hier kostet eine 3 tägige Serie 80 Baht. ich werde es aber erst in Prag nehmen, ich will es noch vorher mit den Ärzten besprechen. Hier fürchte ich, noch mehr meine kaputten Nieren zu belasten. Seit fast 2 Monate entgifte ich mein Organismus durch die gesunde Ernährung. Es geht fast von alleine, mühelos, ohne Diätqualen oder Fresskämpfe. Ich trinke einen Kräutertee, deren Heilwirkung ich nicht kenne, aber der mir auf jeden Fall die schädlichen Stoffe aus den Körper entzieht und abführt. Beide Heilvorgänge belasten meine Nieren, ich bete, dass sie mindestens bis zu meiner Rückkehr durchhalten.

Am 4.12. werde ich einen Termin im Krankenhaus in Prag haben, wo sie mir die Stents und Nefrostomie austauschen.

Hier endet das Tagebuch. In den restlichen 2 Wochen haben wir noch die empfohlene 2. Reise zum Heiler unternommen. Dann folgte ein dramatischer Abflug, weil wir gegen die Bürokratie ankämpfen mussten, damit die Fluggesellschaft Jarmila in das Flugzeug lässt, denn ihre gelbe Haut (durch Tumordruck auf den Gallenabgang verursacht) hat beim Flugpersonal den Verdacht auf eine infektiöse Hepatitis geweckt.

Nach der Rückkehr in Prag folgten nur noch Aufenthalte in diversen Krankenhäusern. Die grösste Belastung war für Jarmila, die jahrelang ungelösten Schulden und Partnerprobleme, aus denen sie sich auch hier in Thailand nicht befreien konnte und die sie mehrmals aus der Bahn geworfen haben und jedesmal gerade dann, wenn sie endlich langsam Fortschritte in Richtung Heilung machte.

Jarmila ist am 6.1.2011 in einem Hospiz in Litomerice in meinen Armen gestorben.
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